Flughafen Bremen in der Krise: Sanierer Rainer Schwarz soll die Insolvenz abwenden
Der Bremer Flughafen hat seit dieser Woche zwei Männer an der Spitze. Neben dem bisherigen Geschäftsführer Marc Cezanne arbeitet seit Donnerstag Rainer Schwarz als Sanierungsgeschäftsführer. Sein Auftrag ist klar umrissen: Kosten senken, Strukturen durchleuchten und eine drohende Insolvenz der Flughafengesellschaft abwenden. Dafür hat er zunächst ein Jahr Zeit.
Warum der Airport in Schieflage ist
Die Flughafen Bremen GmbH schreibt Jahr für Jahr ein Minus in Millionenhöhe. Verschärft wurde die Lage durch den Wegfall wichtiger Verbindungen: Erst strich die Lufthansa Strecken, dann kündigte Ryanair an, sich ab April 2027 komplett aus Bremen zurückzuziehen. Das Wirtschaftsressort verlangt deshalb, dass sämtliche Kosten und Abläufe der Gesellschaft auf den Prüfstand kommen.
Wer ist Rainer Schwarz?
Der 69-Jährige stammt aus Essen und ist seit rund vier Jahrzehnten in der Luftfahrtbranche tätig. Er führte unter anderem die Berliner Flughäfen, den Flughafen Rostock-Laage und zuletzt den Flughafen Münster/Osnabrück, der zwischenzeitlich ebenfalls in Schwierigkeiten steckte. Als Schwarz dort ausschied, soll der Airport wieder schwarze Zahlen geschrieben haben.
In Bremen will er nach eigener Aussage nicht hinter verschlossenen Türen planen, sondern die rund 450 Beschäftigten einbinden. Sie wüssten selbst am besten, wo es hakt – deshalb stehen zuerst Gespräche mit der Belegschaft an.
Sparen und neue Verbindungen suchen
Schwarz soll zwei Fragen beantworten: Wo lässt sich Geld einsparen, und wo gibt es Potenzial für zusätzliche Flugrouten oder eine bessere Auslastung? Leicht wird das nicht, denn die Flughäfen im Umland sind starke Konkurrenten. Ein Comeback von Ryanair hält der neue Sanierer trotzdem für denkbar – vorausgesetzt, Bremen kann der Airline attraktive Bedingungen bieten, ohne selbst draufzuzahlen.
Zwei Chefs, zwei Gehälter
Kritische Fragen gibt es zur Doppelspitze. Cezanne verdient rund 270.000 Euro im Jahr, Schwarz soll ein ähnliches Gehalt bekommen. Wirtschafts-Staatsrat Kai Stührenberg (Linke) begründet den Schritt mit der dramatischen Lage: Cezanne habe bereits vier Millionen Euro eingespart, die Gesamtsituation sei aber so ernst, dass man nun „all in“ gehen müsse. Schwarz bringe als zusätzliche Kraft genau die Erfahrung mit Krisenflughäfen mit, die Bremen jetzt brauche. Das Wirtschaftsressort erwartet, dass er den begonnenen Sparkurs mit viel Energie fortsetzt.
Was das für Reisende bedeutet
Wie das Streckenangebot ab dem Frühjahr 2027 aussieht, hängt stark davon ab, ob die Sanierung greift und ob neue Airlines oder Routen nach Bremen geholt werden können. Die Gewerkschaft hat bereits vor einem Jobabbau im Zuge der Sanierung gewarnt.
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